Samarate

SAMARATE erlebt ca. in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Blüte eines Unternehmertums des Handels und der Industrie, das sich vor allem im Textil- und Baumwollsektor durchsetzt. Zwischen der zweiten Hälfte des 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts erlebt die Stadt zwei wichtige soziale Phänomene: die Auswanderung von Bürgern nach Amerika auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen und die Expansion zuerst der Textilindustrie und dann der Maschinenbauindustrie. Zur Zeit Mussolinis werden verstärkt öffentliche Bauten errichtet, für die das Rathausgebäude aus dem Jahr 1936 zusammen mit der Windtherapieanlage, der Sporthalle, dem Gebäude der Jugendorganisation Balilla und dem Bau zahlreicher Straßen ein Beispiel ist. Die wirtschaftliche Entwicklung wird direkt durch die Immigration aus Venetien und Süditalien beeinflusst, die mit der demographischen und baulichen Entwicklung einhergeht. Das Handwerk ist der Sektor, der in der Gemeinde am stärksten expandiert, während der Dienstleistungssektor noch wenig entwickelt ist und die Landwirtschaft nach und nach an Bedeutung verliert.

Ein typisches Gericht ist die Pulenta, begleitet vom Bruscitt, d. h., Fleischstückchen, die so zerkleinert werden, dass ihre Form der von Bohnen ähnelt. Ein Fleischgericht ist auch die Cazoeula, die bei Festen typisch ist. Die Liebhaber des guten Trinkens können in den Regalen der Wirtshäuser nach dem „quai cos“ suchen, einem von einem kleinen Unternehmen aus Samarate erfundenen und destillierten Likör, dem Liquorificio Garbini, der 1922 von Leone Garbini gegründet wurde. Seit einigen Jahren sind feste Termine die Buchausstellung Librando und Lo schermo e la Luna, ein Kinofestival unter freiem Himmel in der Sommerzeit und Impazza la Piazza, Abende mit Veranstaltungen und Unterhaltung in der Piazza Italia. Die Festa di ottobre e dell’agricoltura findet jeden dritten Sonntag im Oktober statt, während der Schwiegermutter ein Fest ad hoc am letzten Sonntag desselben Monats gewidmet ist. Die Festa Campestre wird dagegen im Monat April organisiert.

1907 lässt Giovanni Agusta sein erstes Flugzeug fliegen und sehr bald widmet er sich nicht nur der Produktion sondern auch dem Entwerfen und der Wartung von Flugzeugen. 1952 kommt die Wende. Das Unternehmen wird im Senkrechtflug tätig und unterzeichnet einen Vertrag mit der Bell für den Bau von Hubschraubern. In den 90er Jahren kurbelt das Eintreten in die Finmeccanica die Gesellschaft wieder an, die bei der Agusta Westland tätig wird, die in Italien, Großbritannien, Belgien und den Vereinigten Staaten 9700 Beschäftigte zählt. Am 11. Juli 2008 hat die Harley Davidson die MV Agusta, die sich mit der Produktion von Motorrädern befasst und die Marke Cagiva umfasst, für 70 Millionen Euro aufgekauft und so ihr Geschäft auf Europa ausgedehnt.
Das 2002 eingeweihte Agusta-Museum sammelt Hunderte von Dokumenten, Fotos, Zimelien, Zeichnungen, Prototypen und Flugzeug-, Motorrad- und Hubschraubermodellen. Im Museum der Cascina Costa kann man Prototypen einiger der historisch wichtigsten Hubschraubermodelle bewundern wie den A105, den A109, den AB47 und den Prototypen des Einsitzers A103. Was die Motorräder betrifft, findet man in der Ausstellung die MV Agusta im Original in der Renn- und Straßenversion und die Coppa Golfo von La Spezia, die 1946 von Vincenzo Nencioni gewonnen wurde. Gegen Mitte Juli findet seit 1994 jedes Jahr ein internationales Treffen statt, anlässlich dessen man die Augusta-Oldtimer bewundern kann.

Samarate

Bürgermeister: Enrico Puricelli
Website: www.comune.samarate.va.it
Sitz: Via Vittorio Veneto, 40 PLZ 21017
Einwohnerzahl: 16.362
Telefon: 0331 221411
Gemeindefläche: Km2 15,98

 

 

 

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