Pratola Serra

Die Gemeinde von Pratola Serra in der Provinz Avellino geht aus dem Zusammenschluss der Gemeinden von Pratola, Serra und der Ortschaft San Michele di Pratola hervor. Sie verläuft entlang der alten Verbindungsstraße mit Apulien. Das Gebiet hat sehr weit zurückreichende kulturelle Ursprünge.
Tatsächlich kamen 1981 während der Aushubarbeiten zur Installation der Erdbebenopfer von Pratola Serra in dem landwirtschaftlichen Areal der Contrada Pioppi-Saudelle die Mauerreste einer Kirche ans Licht, die auf die Zeit der Langobarden (5-7. Jahrhundert) zurückgeht.
Im Anschluss hat eine weitere und vertieftere Forschungsarbeit ebenfalls in diesem Gebiet zur Entdeckung von Resten einer antiken römischen Villa mit angeschlossenem Thermalbad geführt.

Doch dies sind noch nicht alle versunkenen Wunder von Pratola Serra.
Weitere Ausgrabungen in größerer Tiefe haben noch mehr Spuren menschlicher Niederlassungen zum Vorschein gebracht, die auf verschiedene historische Epochen zurückgehen, jedoch in einer komplexen Schichtung des Bodens erhalten sind. Die Forscher kamen so zu dem Schluss, dass das Gebiet Spuren menschlicher Niederlassungen aus mindestens fünf unterschiedlichen historischen Phasen in einem Zeitraum umfasst, der von der späten Jungsteinzeit (3000 v. Ch.) bis zum Spätmittelalter der Epoche der Anjou (13-14. Jahrhundert n. Ch.) reicht.
Eine weitere Seltenheit ist der einzigartige Reichtum der im Gebiet von Pratola durch fertige und Roherzeugnisse nachgewiesene und dokumentierte Steingerätherstellung: Klingen und Pfeilspitzen, auch mit Flügeln.

Pratola Serra liegt im Gebiet Irpinia, einer historisch-geographischen Region Süditlaiens, von der heute ein Teil in der Provinz von Avellino liegt. Das Gebiet ist für den Weinanbau berühmt, wobei rund drei hochwertige DOCG-Weine herausragen wie der Taurasi, der Greco di Tufo und der Fiano di Avellino.
Aus den Viehzuchten stammen die schmackhaften lokalen Käsesorten, unter denen der Caciocavallo und der Scamorza zu nennen sind und die Salamisorten wie die Sopersata und die Salsiccia. Aus dem Anbau und der Verarbeitung des Weizens gehen hausgemachte Pastaformate hervor, die in ganz Italien berühmt sind, wie die Cavatielli, die Lagane und die Maccaronara. Das Tüpfelchen auf dem I des Gebiets ist der Trüffel aus Bagnoli.

Bereits am Ende des zweiten Weltkriegs wurde das Gebiet Ort wichtiger industrieller Niederlassungen, ein Prozess, der vor allem in den letzten dreißig Jahren des 20. Jahrhunderts intensiviert wurde, nachdem ein Joint Venture zwischen Alfa Romeo und Nissan erfolgt war, das zur Eröffnung eines Werks der Automobilproduktion im flachen Bereich geführt hat. Im Anschluss an den kommerziellen Misserfolg des Fahrzeugs Arna, errichtete Fiat an der gleichen Stelle eine wichtige Anlage für die Produktion von Automotoren.
Gegen Ende der siebziger Jahre beschloss Alfa Romeo, ein Fahrzeug der mittleren Unterklasse einzuführen, um Zugang in den neuen Marktsektor zu finden, der im Wesentlichen durch den Golf von Volkswagen geschaffen worden war, auf den die Gruppe Fiat, wenn auch verspätet, mit den neuen Modellen Fiat Ritmo und Lancia Delta antwortete.
Angesichts der Unmöglichkeit, innerhalb kurzer Zeit einneues Automobil zu schaffen, beschloss die Konzernleitung, ein Joint Venture mit der japanischen Nissan zu wagen und dazu ein eigenes Werk einzurichten, in dem die Karosserie des Modells Pulsar mit Mechaniken montiert wurden, die vom Alfasud abgeleitet waren.
Die in Tokio am 9. Oktober  1980 unterzeichnete Vereinbarung führt zur Entstehung der Alfa Romeo Nissan Automobili SpA und ihrer neuen Produktionsniederlassung in Pratola Serra in Rekordzeit.
Doch kaum wurde mit der Montage der Prototypenbegonnen, stellten die Techniker fest, dass die Karosserieteile des Pulsar geändert werden mussten, um die Mechanik des Alfasuds aufnehmen zu können, was außer zu einer gravierenden Verzögerung bei der Einführung des Modells zu erheblichen Mehrkosten für die Produktion geführt hat. Um den Schaden zu begrenzen wurde daher beschlossen, ein Fahrzeug mit Mechanik und Fahrzeugbodne des Modells Alfasud herzustellen, das dann den Namen Alfa Romeo 33 erhielt.
Heute umfasst die Fiat-Niederlassung von Pratola Serra eine Belegschaft von 1655 Personen, davon 204 Angestellte und 1451 Arbeiter in einem Alter von durchschnittlich 33 Jahren.
FMA stellt Motoren für alle Fiat-Modelle her und für einige Opel – und Saab-Modelle, dies für mehr als 150 Varianten und bei einer Produktionskapazität bei Vollbetrieb von 2700 Einheiten pro Tag.

Pratola Serra

Bürgermeister: Emanuele Aufiero
Website: www.pratolaserra.gov.it
Sitz: Via G.Picardo 31, PLZ 83039
Einwohnerzahl: 3.763
Telefon: 0825 967816
Gemeindefläche: Km2 8,84

 

 

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