Monza

MONZA ist eine an Geschichte und Kunst reiche Stadt. In der Zeit der Langobarden wurde die Stadt dank der katholischen Königin Theudelinde zu einem Zentrum von ausschlaggebender Bedeutung, die Monza als Sommerresidenz des Hofs den Vorzug gab und dort einen Palast und anschließend, im Jahr 595, eine Kapelle errichten ließ, der erste historische Kern des Doms. Ein wichtiges Datum war die Ankunft der Eisernen Krone, ein Meisterwerk der ostgotischen Goldschmiedekunst, das traditionsgemäß in seinem Inneren eine Folie aus einem der Nägel des Kreuzes Christi enthielt. Der Besieger der Langobarden selbst, der Franke Karl der Große, wurde mit dieser Krone zum König Italiens gekrönt, Symbol des Königtums und gleichzeitig Reliquie.
Im 12. Jahrhundert wurde Monza auch von Friedrich Barbarossa als bevorzugter Sitz für seinen Hofstaat gewählt. Unter den Visconti beginnt 1300 dann der Neuaufbau des Doms in gotischen Formen und die Stadtmauer und die Burg werden gebaut. Im Anschluss gerät die Stadt in die Hände von Francesco Sforza und das 16. und 17. Jahrhundert ist von zahlreichen Kriegen, Hungersnöten und Pestepidemien gezeichnet, die das Gebiet auf einen Großgrundbesitz reduzieren. Erst mit dem Erscheinen Napoleons werden die Arbeiten zur Einrichtung des großen Schlossparks begonnen, die dem Vizekönig Eugenio di Beauharnais übertragen werden. Nach der Niederlage von Waterloo kehrt die Stadt an die Habsburger zurück, die zur Schaffung neuer Straßen mit öffentlicher Beleuchtung betragen, während im Anschluss mit den Herrschern des Hauses Savoyen, die bis zum 29. Juli 1900 regieren, dem Datum der Ermordung Umberto I., sowohl der Industrie- als auch der Handelssektor eine Blütezeit erleben. 1922 wird im Park die Nationale Autorennbahn eingerichtet, die den Namen Monza in die ganze Welt tragen soll.

Die Gastronomie der Brianza ist durch Gerichte und Zubereitungen gekennzeichnet, die sich an die bäuerliche Tradition anlehnen, mit einfachen, doch gehaltvollen Zutaten. Die typischen Spezialitäten der Orte in der Provinz und der bäuerlichen Umgebungen wurden in den letzten Jahren auch von der gehobenen Gastronomie wiederentdeckt. Die Königin der Tradition der Brianza ist die Cassoeula, die weit über die Grenzen dieses Gebiets hinaus verbreitet ist. Ein weiteres an die Verwendung der weniger edlen Teile des Schweins gebundenes Gericht sind die Kutteln, die hier Buseca genannt werden. Eine einfachere Zubereitung ist das Panmoijaa, eine Suppe, die die Pestada de lard verwendet. Die Torta paesana ist sicherlich eine der traditionell bekanntesten Süßspeisen, ein weiteres jener schlichten Gerichte, die in den ländlichen Gegenden der Lombardei weit verbreitet sind. Die Weinproduktion eines gewissen Niveaus findet man auf den Hängen von Montevecchia, wo seit einigen Jahren wieder damit begonnen wurde, nach der Jahrhunderte alten Tradition Wein anzubauen, indem moderne und den Anforderungen des Markts entsprechende Vinifizierungstechniken eingesetzt werden. Mit den kulinarischen Traditionen dieses Gebiets in Berührung zu kommen bedeutet daher, eine geistige Reise in seine Geschichte anzutreten und seine wahre Natur kennen zu lernen.
Beim Besuch der Stadt ist es ratsam, mit dem zentralen Domplatz zu beginnen, über dem die Marmorfassade der Basilika und das strenge Bauwerk des nahen Glockenturms  aufragen. Von großem Interesse ist der Kreuzbaum zusammen mit dem Abon aus dem 12. Jahrhundert von Matteo da Campione. Nicht zu vergessen die überaus wertvolle Sammlung an Kunstwerken, die im Hypogäum des Museums untergebracht sind, dem Schatz des Doms. Dieses Erbe stellt nicht nur wegen der Seltenheit und der Kostbarkeit der Materialien eine weltweit einzigartige Sammlung dar, sondern auch, weil es gestattet, die historischen Wechselfälle des Gebiets und insbesondere des Doms von seiner langobardischen Gründung bis in unsere Tage hinein kennen zu lernen. Das antike Gemeindegebäude, das Arengario genannt wird, wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts in an den Dom angrenzender Position gebaut, um auch optisch erkennbar den Kontrast zwischen kirchlicher und weltlicher Macht deutlich zu machen. Nicht weit von hier entfernt erhebt sich das neue Rathausgebäude, dessen Bau ab den 20er Jahren begonnen und 1932 beendet wurde. Dieses Gebäude stellt sich als ein einziger imposanter und monumentaler Block mit zwei Innenhöfen und Säulengängen auf einer Seite dar und geht zur Piazza Trento e Trieste, dem alten Marktplatz, der vor kurzem neu ausgelegt wurde.

Die historischen Kirchen sind zahlreich. Santa Maria in Strada entsteht im Herzen des mittelalterlichen Stadtkerns. Sie wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gegründet und im Laufe des 17. Jahrhunderts mit dem Bau eines niedrigen Tonnengewölbes umgewandelt, das die ursprüngliche Bedachung mit Dachbindern ersetzte, während die Dekorationen im Geschmack des Barocks auf das 18. Jahrhundert zurückgehen. Geht man über die Via Carlo Alberto weiter, trifft man auf eine Kirche aus dem 14. Jahrhundert mit angeschlossenem Kloster, die in der Vergangenheit zum Dominikanerorden gehörte und dann auf die Piazza Carrobiolo, auf der die gleichnamige Kirche steht. Im Inneren der Kirche sind die Fresken von Andrea Porta und den Trompe l’oeil-Malern Giovan Battista und Gerolamo Grandi zu sehen. Weitere erwähnenswerte architektonische Schönheiten sind die Kirche von San Maurizio, die von San Gerardo und die Mühle Colombo, die bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Betrieb war. Monza ist auch für seine Brücken und die historischen Türme berühmt, wie den in der Via Lambro, die Torre Viscontea und die wunderschöne Villa Reale.

Die Autorennbahn von Monza, die 1922 im nördlichen Teil des Parco Reale eingerichtet wurde, ist als dritte Rennstrecke der Welt Teil der Geschichte des Autosports geworden, nach der von Brooklands und Indianapolis.
Die Rennstrecke von Monza wurde auf Betreiben des Automobilclubs von Mailand eingerichtet, der den Wunsch hatte, das 25. Jahr seiner Gründung dort zu begehen. Außerdem war man auf der Suche nach einem dem Großen Preis von Italien würdigen Sitz, dem 1921 auf der halb ständigen Trasse von Montichiari in der Nähe von Brescia eingeweihten Rennen. Die Wahl fiel auf den Park von Monza, der von Mailand aus leicht zu erreichen war und sich bereits im Inneren einer umzäunten Anlage befand. Die Rennstrecke umfasste einen Hochgeschwindigkeitsring mit einer Gesamtlänge von 4,5 Kilometern, der sich durch zwei erhobene Kurven auf einem 2,60 Meter hohen Damm auszeichnete, die einen Radius von 320 Metern aufwiesen und die außerdem eine theoretische Höchstgeschwindigkeit von 180/190 km/h gestatteten. Die offizielle Eröffnung der Anlage fand am 3. September 1922 in Gegenwart des Präsidenten des Ministerrats Facta mit der Veranstaltung eines Wettrennens für Kleinwagen statt, das von Pietro Bordino mit einem Fiat 501 Rennmodell gewonnen wurde. Am 8. September folgte der Gran Premio Motociclistico delle Nazioni, während zwei Tage später der zweite Große Automobilsportpreis Italiens bestritten wurde, aus dem erneut Bordino mit einem 6 Zylinder Fiat 804 als Sieger hervorging. Die heutige Rennstrecke, auf der die Großen Preise ausgetragen wurde, misst 5,793 Kilometer und weist eine maximale Breite von 18 Metern und eine Mindestbreite von 10 Metern auf. Zu dem Komplex gehören auch die Junior-Strecke mit 2,405 Kilometern und die nicht mehr genutzte Geschwindigkeitsstrecke mit 4,250 Kilometern. Die Motorsportanlage stellt heute einen „heiligen Tempel“ für die Anhänger des Auto- und Motorsportkults dar, die ständig durch avantgardistische Technologien erneuert wird. Der große Zuspruch von Sportlern und Liebhabern wird durch die Hunderttausenden von Zuschauern bezeugt, die anlässlich der verschiedenen Veranstaltungen die Tribünen der Autorennbahn bevölkern wie der Große Preis Italiens der Formel 1 und die Coppa Intereuropea Storica. Der Autorennbahn ist es im Laufe der Zeit gelungen, ihr Unterhaltungsangebot mit Campingplatz, Swimmingpool und Modellautobahn auszuweiten und außerdem mit neuen Tätigkeiten wie Vorführungen, Wettkämpfen, Autogesellschaftstreffen, Tagungen, Festivals und Messen.

Monza

Bürgermeister: Dario Allevi
Website: www.comune.monza.it
Sitz: Piazza Trento e Trieste – PLZ 20900
Einwohnerzahl: 122.129
Telefon: +39.039.2372.1
Gemeindefläche: Km2 33,09
 

 

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